Dr. Heinrich Hahn
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* 29.08.1800 in Aachen † 11.03.1882 in Aachen

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Leben des Dr. Heinrich Hahn

(Texte zusammengestellt von Judith Rosen)

  • Kindheit und Ausbildung
  • Heirat und Familie
  • Beruf
  • Politik
  • Ehrenamt - Vereine
  • Veröffentlichungen - Texte von Heinrich Hahn
  • Ansiedelungen von Orden
  • Ehrungen
  • Tod
  • Weiterführende Literaturhinweise

 

 

Kindheit und Ausbildung

Am 29. August 1800 wurde Heinrich Joseph Hubert Hahn in Aachen geboren. Sein Geburtshaus steht noch heute in der Pontstraße 2, wo er zusammen mit seiner älteren Schwester Katharina aufwuchs. Dort betrieb sein Vater Johann (1772-1859) zusammen mit seiner Frau Anna Katharina (1759-1813) ein Leinwarengeschäft. Die katholischen Eltern erzogen ihre beiden Kinder in christlichem Geist. Besonders die tiefe Frömmigkeit seines Vaters hat Heinrich Hahn geprägt. Familienaufzeichnungen bezeugen: „Dr. Hahn war ein Vorbild des Gehorsams und der Ehrfurcht gegen die Eltern. Obschon sein Vater ein schlichter Mann war, so unternahm Dr. Hahn doch nie etwas für seine Person Wichtiges ohne dessen Zustimmung, auch erbat er täglich seinen Segen.“

 

 
 
 

Dr. Hahns Geburtshaus in Aachen, Pontstraße 2

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Ab 1807 besuchte Heinrich die Elementarschule in Aachen und wechselte zwei Jahre später zur Sekundärschule im aufgelösten Augustinerkloster, der Vorgängerin des heutigen Kaiser-Karl-Gymnasiums. Sein Abgangszeugnis urteilt, „dass er mit einem milden und gelehrigen Charakter viel Fleiß verband und ein Betragen ohne Tadel“.

Im Jahr 1811 empfing der Zehnjährige in seiner Pfarrkirche St. Foillan zum ersten Mal die Heilige Kommunion, ein Ereignis, das den Jungen nachhaltig beeindruckte. Aus der ersten Begegnung mit Jesus in der Hostie entwickelte Heinrich eine tiefe Verehrung für die Eucharistie, die sein ganzes Leben bestimmte.

1812 kam der begabte Schüler auf das kaiserliche bonapartistische Lyzeum in Bonn, das militärische Erziehungsideale pflegte. In der Bonner Zeit starb seine Mutter, und Heinrich erzählte später, dass er in Tränen ausgebrochen sei, als ihn die Todesnachricht erreichte und ihm ein Erzieher wegen seiner "Unbeherrschtheit" einen Tritt versetzt habe. Als in der Neujahrsnacht 1814 General Blücher bei Kaub und Koblenz mit seiner Armee den Rhein überquerte, löste sich die napoleonische Erziehungsanstalt auf; die französischen Schüler kehrten nach Frankreich und Heinrich nach Aachen zurück. Die napoleonische Besatzung der Rheinlande war zu Ende, und die Rheinlande wurden preußisch.

Seine Studien setzte der Vierzehnjährige am Königlichen Athenäum in Brüssel fort. In vier Jahren (1814-1818) erwarb er die Hochschulreife. Obwohl mathematisch hoch begabt entschloss sich Heinrich zu einem Medizinstudium in Gent. Am 23. Juli 1822 wurde er zum Doktor der Medizin promoviert. Auf die lateinische Promotion, die er seinem Vater widmete, folgte kurz darauf die Anerkennung als Doktor der Chirurgie und Geburtshilfe. Jahre später berichtet Hahn in seinem Lebenslauf: „Da ich mich als praktischer Arzt in meiner Vaterstadt niederzulassen wünschte, zögerte ich nicht, dem preußischen Gesetz zu entsprechen, indem ich ein Jahr als freiwilliger Regimentschirurg bei einem Grenadierregiment zu Berlin diente und dort von neuem mich den Examina für die Praxis in den drei großen Zweigen der ärztlichen Kunst unterzog. Meine Approbation für Preußen ist datiert vom 15. Mai 1824.“

 
 
 

Gedenktafel am Haus in der Pontstraße

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Seine wissenschaftlichen Interessen gab der erfolgreiche und hoch angesehene Arzt auch während seines Berufslebens nicht auf. Im Jahr 1853 veröffentlichte er eine Arbeit über die tuberkulöse Hirnhautentzündung, die von der Medizinischen Gesellschaft in Bordeaux mit dem ersten Preis, einer Medaille in Gold, ausgezeichnet wurde. Außer Heilvorschlägen stellte seine Analyse ein soziales Programm von Gesellschafts- und Regierungsmaßnahmen vor. Sie gilt als Vorläuferin von Studien, die in die katholische Soziallehre eingeflossen sind. Im Jahr 1874 zeichnete die Katholische Universität Löwen Heinrich Hahn mit dem Ehrendoktor der Medizin aus. Die Urkunde begründet die Auszeichnung mit der Berufsauffassung des Geehrten, die von religiösem Geist getragen sei.

 
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